Was gehört zu einem erfolgreichen Messeauftritt?
Man kennt das, die Messe steht vor der Tür
und hundert Angelegenheiten sind noch zu eledigen: Messestand,
Plakate, Poster, Flyer, Personaleinteilungen, Versand, Hostessen,
Power Points usw. Der Messestand –idealerweise mit einem
ausgereiften Standkonzept- steht dann endlich und die Messebesucher
können kommen. Alle Werbematerialien sind aktualisiert und
präsentieren sich in neuem Glanz. Visuelle Medien, Gewinnspiele,
Demonstrationen, Bewirtungen usw. sind auch fertig zum Einsatz.
Doch ist ein ansprechender Stand der alleinige Erfolgsgarant
für eine erfolgreiche Messe? Nein, definitiv nicht. Denn
der Erfolg ist zum größten Teil auch abhängig vom Personal
und dessen Einstellung.
Im Rahmen meiner Messe-Beratertätigkeit, die Messe-Konzeption
und vor allem Messe-Beurteilung beinhaltet, habe ich im
Laufe der Zeit einige kuriose und leider gleichzeitig traurige
Beispiele bzgl. des Standpersonals erlebt:
1. Die Hygiene des Personals
Selbst heute noch sind angeblich selbstverständliche Sachen
wie Hygiene immer noch ein Problem. Deo, Rasur und Duschen
sowie dezentes Make Up sind leider für viele noch Fremdwörter.
Wir erwarten auch im Restaurant einen Kellner, der gepflegt
ist. Daher sollte dasselbe für Messepersonal gelten.
Praxisbeispiel:
Die Vertriebsmitarbeiter eines Standes für Rohre und Pumpen
präsentierten sich unrasiert, mit zerknitterten, fleckigen
Anzügen und mit Schmutz unter den Fingernägeln.
2. Die Kleidung des Personals
Kleidung sollte immer der jeweiligen Messe entsprechen und
grundsätzlich ist anzuraten: Im Zweifel immer ein Tick seriöser.
Damit ist man auf der sicheren Seite. Vor allem, da im Laufe
der Messe unterschiedlichste Personen und Interessenten
den Stand besuchen.
Praxisbeispiel:
Auf dem Stand eines Schiffsreisen-Veranstalter, der auf
einer seriösen Bildungs-messe ausstellte, bewegte sich eine
Mitarbeiterin im Kundenkontakt, die folgende Kleidungsmerkmale
aufwies: Bauchfreies T-Shirt, Jeans, mit Muster und schrillen
Farben ausgestattete Fingernägel und ein Zungen- sowie Bauchnabelpiercing.
3. Die Motivation des Personals
Noch schlimmer wird es allerdings, wenn es um die Motivation
geht. Viele Mitarbeiter betrachten die Messe als eine Art
Urlaub, nicht als Arbeit und verhalten sich dementsprechend:
Das Standpersonal steht in Grüppchen zusammen und unterhält
sich. Oft wird auch vor den Messebesuchern Kaffee getrunken
und gegessen, sowie fleißig geraucht. Dabei werden die Messebesucher
weitesgehend ignoriert oder stiefmütterlich behandelt.
Praxisbeispiel:
Ein Messestand der vom Aufbau und Design sehr schön anzusehen
war. So gut, dass die Messebesucher davor stehenblieben
, um ihn sich anzuschauen. Das Personal selbst stand nur
in Grüppchen zusammen und trank Kaffee. Keiner sprach die
Besucher an und somit verpuffte größtenteils die Wirkung
des Standes.
4. Die Motivation der Geschäftsführung
Am schlimmsten scheint es aber, wenn die Mitarbeiter nicht
anders können und es nicht anders kennen, da die Geschäftsführung
selbst mit negativem Beispiel vorangeht und alle oben erwähnten
Punkte und noch viel mehr mißachtet. Ganz nach dem Spruch:
„Wie der Herr so`s Gscherr“. Oft erkennt man auch die Wichtigkeit
einer Messe für die Unternehmensleitung daran, wer mit welcher
Kompetenz auf der Messe die Firma vertritt. Es ist nicht
besonders ratsam nur die Lehrlinge oder die Aushilfen auf
die Messe zu schicken. Es müssen immer kompetente Ansprechpartner
vorhanden sein. Letztendlich können oben genannte Beispiele
häufig dazu führen, dass potentielle Kunden verloren gehen,
Interessenten abgeschreckt werden und was viel schlimmer
ist, das Image leidet.
Erfolgreiche Messearbeit ist nun mal Knochenarbeit und eine
Messe ist eine hervorragende Vertriebsplattform, auf der
die potentiellen Kunden sogar aus freiem Willen zu einem
kommen. Es gibt viele Möglichkeiten auf einer Messe Kunden
zu gewinnen, Kontakte aufzubauen und sich über Aktuelles
zu informieren. Und dazu gehört nun mal zwingend adäquates,
sensibilisiertes und geschultes Personal.
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© Jürgen Stallbommer 03/2007